Histologie

Für die histologische Untersuchung von Gewebeproben (Biopsien, Stanzen und Operationsmaterial) werden nach einem komplexen Aufarbeitungsverfahren 1 - 4 µm dicke, gefärbte Gewebeschnitte hergestellt. Die Pathologin/der Pathologe kann an diesen Gewebeschnitten Gewebestrukturen unter dem Mikroskop erkennen und bestimmten Erkrankungen zuordnen. Sie/Er diagnostiziert somit Krankheiten an diesen Gewebeschnitten und erstellt einen Befund, der dem Operateur oder dem Internisten übermittelt wird. Diese Diagnose hat einen wichtigen Stellenwert im weiteren Behandlungsverlauf. Eine reguläre histologische Untersuchung dauert in etwa zwei-vier Tage.

Interoperative Gefrierschnittuntersuchungen

Während einer laufenden Operation (etwa wegen eines Knotens in der Brust) kann der Pathologe innerhalb weniger Minuten mit Hilfe eines Schnellverfahrens ("Schnellschnittuntersuchung") eine Gewebsprobe beurteilen. Von der Aussage des Pathologen ("gutartig" oder "bösartig") hängt ab, wie die Chirurgin oder der Chirurg weiter vorgeht.

Immunhistochemie

Im Rahmen einer immunhistochemischen Untersuchung werden Proteinstrukturen im Zellkern, im Zellleib und an der Kernmembran dargestellt. Anhand der Proteine können Tumore exakt unterschieden werden.

Extragenitale und gynäkologische Zytologie

Im zytologischen Labor werden Untersuchungsmaterialien, die durch Punktion von verschiedenen Körperregionen, Abstrich („Krebsabstriche“ im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung) oder Abklatschpräparation gewonnen werden auf maligne (bösartige) Veränderungen, Entzündungen, Infektionen untersucht.

Mikrobiologie und Infektionsserologie

Die klinische Mikrobiologie dient der Diagnose von Infektionskrankheiten, indem Patientenproben (Harn, Stuhl, Abstriche etc.) auf Agarplatten kultiviert werden, um herauszufinden, welcher Erreger die Infektion verursacht hat. Die Infektions-Serologie ermöglicht den Nachweis von Antikörpern gegen Infektionserreger.

Molekulare Diagnostik

Molekulare Diagnostik wird eingesetzt, um genetische Strukturen von Mikroorganismen aber auch von Veränderungen in Tumoren festzustellen (Mutationsdiagnostik bei soliden Tumoren mittels NGS). Beides zielt darauf ab, Informationen über das "innerste Wesen" eines Erregers oder Tumors zu erhalten um dann gezielt therapieren zu können. Dazu bedient man sich heutzutage modernester Methoden, um zu diesen Informationen zu gelangen. PCR-Technik, Sequenzierung, etc., hier sind wir ein modernes Labor mit zukunftsweisender Technik.

Elektronenmikroskopie

Bei der Elektronenmikroskopie wird eine Gewebeprobe unter Hochspannung in Vakuum mit Elektronen durchstrahlt und so das Innere oder die Oberfläche von Zellen abgebildet. Die Elektronenmikroskopie erreicht eine wesentlich höhere Auflösung (derzeit etwa 0,1 nm) als ein Lichtmikroskop (etwa 200 nm). Das Elektronenmikroskop wird zur Diagnose von Nierenbiopsien am Standort Linz eingesetzt.

EndoPredict Test

EndoPredict ist ein Test, der das 10-Jahres-Risiko einer Fernmetastasierung für Brustkrebs-Patientinnen vorhersagt. Sowohl Genexpressionsdaten (Daten über die Aktivität einzelner Gene) als auch klinisch-pathologische Faktoren fließen in das EndoPredict Ergebnis ein und unterstützen die Vorhersage. Das rasche Testergebnis ermöglicht eine zeitnahe Therapieempfehlung durch die behandelnden Ärzte.

Dieses wertvolle Diagnoseinstrument der personalisierten Krebsmedizin wird nur an wenigen Instituten Österreichs durchgeführt. Am Pathologieverbund Standort Linz arbeitet ein sehr erfahrenes Team von Spezialisten an der raschen Auswertung dieser Tests.

Obduktion

Zu den Aufgaben der Pathologie zählt auch die Durchführung von klinischen Obduktionen, um relevante unmittelbare und mittelbare Todesursachen festzustellen. Anhand der Darstellung krankhafter Veränderungen an der Leiche wird gemeinsam mit den behandelnden Ärzten eine Analyse des Krankheitsverlaufs durchgeführt.